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Peter Bochynek: Mythos Ruhrgebiet
Peter Bochynek: Mythos Ruhrgebiet -Essay
   
   

Didaktisches und fotografisches Portfolio: Industrie und Geschichte des Ruhrgebiets: Exemplarisch Duisburg

Exemplarisch werden hier einige Aufnahmen der Duisburger Industrie gezeigt, die frühere und heutige Nutzung in Bezug bringt. Man sollte aber nie vergessen, dass in Spitzenzeiten der 1920er und 1950er Jahre z.B. eine Großzeche 20.000 Mann in Arbeit brachte. Wenn man sucht, was heute noch davon zur Erinnerung zu sehen ist, wird man sehr enttäuscht feststellen, dass von den "Giganten der Ruhr" (nach einem Fotobildband von 1928) oft noch nicht einmal Ruinenstücke erhalten sind. Wo die eine der größten Kokereien Europas (Kokerei 4/8) aufragte, befindet sich heute ein Möbelhaus mit allerdings riesigem Parkplatz für Kunden.

 
         
   
Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
   
   
   
Mythos Ruhrgebiet: Titelbild 1997 der Internationalen Bauaustellung IBA (Hochofen 2)
   
   

Bildentstehung: Aufnahme Mai 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neu-Scan, Ausarbeitung 2014
Industriegeschichte im Bild: Blick auf Hochofen 2 im Landschaftspark: Neubau 1963-1964 durch die Gutehoffnungshütte, Oberhausen-Sterkrade. Er hat 471 cbm Nutzvolumen, einen Gestelldurchmesser von 5,6 m und hatte eine Tagesleistung von 800 bis 1100 t Roheisen. Die drei Winderhitzer stammen noch aus der Gründungszeit der Hütte, 1904 wurde der ursprüngliche Hochofen 2 an dieser Stelle fertiggestellt. Der Hochofen 2 wurde 1982 stillgelegt.
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996: Die Lichtinstallation war eine Idee der IBA- Internationale Bauausstellung. Die künstlerische Umsetzung duch Jonathan Park begeistert seither die Besucher des LaPaDu und ist geradezu das neue Wahrzeichen des Reviers. Ob es ein Symbol des gelungenen Strukturwandels darstellt, sozusagen die Verheißung auf die Neuentstehung des Mythos Ruhrgebiet?
Die Lichtinstallation musste wegen Verschleiß einerseits und Vandalismus/ Kabeldiebstahl andererseits permanent erneuert werden. Die heute sichtbare Lichtinstallation erscheint im Vergleich zur Entstehungszeit nicht vollständig. Der große Kran, genannt Krokodil, strahlt Ende 2014 in alter Schönheit (mit neuer LED-Technik). Die Renovierung des Lichts im Bereich der Hochöfen ist hoffentlich in Arbeit. Oder fehlt dazu wieder einmal das Geld? Bis Ende 2016 hat sich jedenfalls nichts getan.

   
         
   
Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
       
    Gießhalle 1997, Hochofen 2    
    Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neuscan
Ausarbeitung 2014
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Blick auf die Gießhalle des Hochofen 2 im Landschaftspark.
HO2: Erbaut 1964, Stilllegung 1982

   
         
   
Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
     
   

Gruppe der großen Winderhitzer zu Hochofen 5 im Landschaftspark Duisburg-Nord 1997.

Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neuscan
Ausarbeitung 2014
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Diese Winderhitzer wurden zusammen mit dem zugehörige Hochofen 5 im Jahr 1973 nach den damals neuesten Stand der Technik neu gebaut. Die Winderhitzer wurden von von Martin&Pagenstecher/ Köln errichtet, Im Gegensatz zu den älteren Cowpern im Park sind diese mit einer Isolierung versehen und mit glänzenden Alu-Blechen umhüllt, was sie optisch hervorstechen lässt, kongenial ausgeleuchte durch Jonathan Park. Die enorme Größe, die Auslegung für große Heißwindmengen und für hohe Luftdrücke ermöglichte im Hochofen 5 die Erschmelzung eines manganhaltigen Roheisens bei höheren Schmelztemperaturen als bei der herkömmlichen und weitgehend aktuell üblichen Erzeugung von Roheisen.
HO5: Erbaut 1973, Stilllegung 1985

   
         
   
Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
       
    Gruppe der großen Winderhitzer im Landschaftspark Duisburg-Nord 1999    
   

Blick von der mittleren Aussichtsplattform in Richtung Oberhausen.

Links im Hintergrund die Cowper des Hochofen 2

Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Ausarbeitung 2014
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Gruppe der großen Winderhitzer zu Hochofen 5 s.o.

   
         
   

Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
       
    Hochofen 1, Piazza Metallica Landschaftspark Duisburg-Nord 2000    
   
Bildentstehung: Aufnahme 2000 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neu-Scan, Ausarbeitung 2014
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild:
Blick auf Hochofen 1 im Landschaftspark: Neubau 1956 durch die Gutehoffnungshütte, Oberhausen-Sterkrade. Mit einem Nutzvolumen von 517 cbm und Gestelldurchmesser von 5,2 m erzeugte er 800 bis 1100 t Roheisen pro Tag. Der freistehende, vollständig gepanzerte Hochofen hat eine Höhe von 22,23 m. Stilllegung 1982.
Kunstgeschichte: Die Metallplatten der Piazza Metallica wurden im Zuge der Gestaltung des Landschftsparks als Kunstwerk eingefügt. Bodenplastik von Peter Latz.

Hintergrund zum Bild: Das 1985 stillgelegte Hochofenwerk wird 1989 ein Projekt der "Internationalen Bauausstellung Emscherpark" (IBA). Aus dem Wettbewerb mit fünf internationalen Bewerbern geht der deutsche Landschaftsarchitekt Peter Latz Freising/Kassel als Sieger hervor, und so wird der Landschaftpark realisiert.
Peter Latz erhielt den "Topos Landscape Award 2013". Die Zeitschrift Topos – The International Review of Landscape Architecture and Urban Design zeichnet somit erstmals einen Landschaftsarchitekten für sein Lebenswerk aus. Latz beeinflusst Landschaftsarchitekten weltweit. Dabei gilt vor allem der Landschaftspark Duisburg-Nord als Ikone der Konversion von Industriebrachen. Mit diesem Projekt setzte Latz wesentliche Maßstäbe für die Gestaltung und Nutzung vormals industrieller Orte. Außerdem bereichern Latz’ Überlegungen zum ehemaligen Hochofenwerk die Diskussion, was ein Park im beginnenden 21. Jahrhundert leisten muss. 
Der Landschaftspark Duisburg-Nord wurde mit den Preisen Green Good Design Award 2009, EDRA Places Award 2005, Play & Leisure Award 2004, der Grande Medaille d´Urbanisme 2001 und dem 1. Europäischen Preis für Landschaftsarchitektur Rosa Barba 2000 ausgezeichnet.

   
         
   

Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
     
    Blickrichtung nach Westen vom Hochofen 5 LaPaDu aus auf Delta Musik Park in Duisburg-Hamborn, Hintergrund Thyssen-Hochöfen, 1998    
   

Bildentstehung: Aufnahme 1998 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Teleobjektiv, Ausarbeitung 2014
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach Duisburg-Bruckhausen und Duisburg Beeckerwerth.

Geschichte im Bild: Im Hintergund rechts Anlagen und Hochöfen von Thyssen in Duisburg-Bruckhausen. Hintergrund Mitte Anlagen von Thyssen in Duisburg- Beeckerwerth. Der Delta Musik Park in Duisburg-Hamborn (Vordergrund Lichteffekt mittels bewegter Scheinwerfer) wurde als Großdisco mit mehreren Dancefloors im Februar 1996 eröffnet. Zwischenzeitlich geschlossen, geht es im Augenblick doch weiter. In der neuen Form der ökonomischen Nutzung wiederholt sich offensichtlich die Geschichte der Industrie mit ihren Boomzeiten und Krisen.

   
         
   

Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
       
    Blick nach Westen vom Hochofen 5 LaPaDu aus auf Thyssen Duisburg- Bruckhausen, 2001    
   

Bildentstehung: Aufnahme 2001 mit Silbergelatine-Kleinbild, Teleobjektiv, Ausarbeitung 2014
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach TKS Duisburg- Hamborn- Bruckhausen
Industriegeschichte im Bild: Die Aufnahme "Duisburger Norden im Jahr 2001" ist historisch und zeigt den legendären Hochofen 4 ("Schimanski-Filme") der 2012 trotz Protesten "plattgemacht" wurde. Ebenfalls im Bild die Zentral-Kokerei Friedrich Thyssen 3/7 in Duisburg- Hamborn- Bruckhausen, die 1977 stillgelegt und dann erst bis 2011 vollständig abgerissen wurde. Eine neue Großkokerei wurde weiter westlich in Duisburg- Hamborn- Alsum neu errichtet. Eine faszinierende Industrielandschaft im starken Wandel. Insbesondere die Anstrengungen zum Umweltschutz werden immer sicht- und spürbarer. Bereits 2001 ist der Aufwachs an Grün, insbesondere an Bäumen unübersehbar (Vordergrund).
Musikgeschichte: "Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt...."
Herbert Grönemeyer: Bochum 1984
Als Herbert Grönemeyer den Text zu "Bochum" verfasste, konnte er nicht voraussehen, dass mit der verschwindenden Schwerindustrie der Staub im Westen sich mit der Zeit verflüchtigen sollte. Ob es heute immer noch besser ist, viel besser als man glaubt, das ist die Frage...

   
         
   
Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
   
 
    Blick auf die 1994 stillgelegten Hochöfen 7 und 8 von Duisburg-Ruhrort, Dezember 2001    
    Bildentstehung: Aufnahme 2001 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Ausarbeitung 2014
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach Duisburg Ruhrort
 
    Industriegeschichte im Bild: Links im Hintergrund die Chemiefirma Sachtleben. Hauptprodukte: Titandoxid, Weißpigmente und Funktionsadditive. Sachtleben produziert auch im Jahr 2014. Rechts im Bild die 1994 stillgelegten Hochöfen 7 und 8 von Thyssen Duisburg-Ruhrort, Dezember 2001. Die. Der letzte Hochofen 8 wurde 2005 gesprengt. Die Landmarke existiert nun nicht mehr. Der Hochofen 8 stammt aus den 60er Jahren und ist der letze von acht Hochöfen in Duisburg-Ruhrort. Die ersten drei Hochöfen in Ruhrort wurden bereits 1854 und den Folgejahren in Betrieb genommen. Das Hüttenwerk in Ruhrort war bekannt unter dem Namen Phoenix AG. Bis 1997 gehörte das Werk Ruhrort zur Thyssen AG. Das Hüttenwerk Ruhrort wurde durch die Fotografien von Bernd und Hilla Becher besonders gewürdigt.
Seit 2007 wird unter dem Namen "ArcelorMittal Ruhrort GmbH" der im Oxygenstahlwerk erzeugte Stahl über zwei Stranggießanlagen vergossen. Weiterverarbeitung im Knüppelwalzwerk (Halbzeug) oder im neuen High-Tech Drahtwalzwerk von 2012.
   
         
       
   

1997 Große Spiegelung der Hüttenwerk-Krans (genannt Krokodil)

Bildentstehung: Aufnahme 1997 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung,
EBV Ausarbeitung 2014-2017

   
         
       
   

2005 Hochofen 2

Bildentstehung: Aufnahme 2005 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung,
EBV Ausarbeitung 2014-2017