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Mythos Ruhrgebiet
 
     

 

             
         
             

 

     

Das Ruhrgebiet: Begriff, Mythos und Heimat?

Fragen, Hintergründe und Geschichte

Heinrich Böll schreibt 1958: "Entdeckt ist das Ruhrgebiet noch nicht. Es bleibt Mythos oder Begriff und ist doch Heimat, so geliebt wie jede andere Heimat." Auch die Identität eines typischen Ruhrgebietsmenschen lässt sich keineswegs exakt eingrenzen, und so lässt sich auch niemand so eben mal ausgrenzen. Es bieten sich also genügend Ansätze für die Legenden- und Mythenbildung, denen hier nachgegangen werden soll. Mythos Ruhrgebiet, was ist das? Viele sprechen davon, doch kaum einer weiß Genaueres.

Nun, das Ruhrgebiet existiert wirklich. Im 19. Jahrhundert wurde es zum größten industriellen Zentrum Preußens neben dem Zentrum in Oberschlesien. Als Ausgangspunkt der industriellen Revolution im Revier wird der technische Durchbruch beim Bau der der Zeche Franz bei Essen-Borbeck durch Franz Haniel im Jahr 1834 angesehen, die Durchdringung der 100 Meter dicken Mergelschicht, die bis dahin den Abbau der tiefer lagernden verkokbare Fettkohle verhinderte. Zwar gab es schon ab 1756 die St. Antony-Hütte in Oberhausen, doch erst das Zusammenwirken der Einführung der Dampfmaschinen, des Kokshochofens und der Erschließung des Ruhrgebiets durch die Eisenbahnen führten ab den 1850er Jahren zur industriellen Revolution im gesamten Gebiet des Ruhrgebiet, weil nun überall industrielle Anlagen auf der Basis der Kohleförderung entstanden. Die Ausweitung der Förderung und der hüttentechnischen Produktion war gewaltig, und es wurden europaweit Arbeitskräfte in entsprechender Zahl angeworben. Zur Unterbringung der zugezogenen Menschen wurden in direkter Nähe der Betriebe
neue Siedlungen gebaut. Die Bevölkerung wächst zwischen 1850 und 1925 von 400.000 auf 3.800.000 an. Die bestehenden Städte wuchsen enorm und Dörfer wurden zu Städten. Zusätzlich entstehen ganze Städte neu, wie zum Beispiel Hamborn. Die immer größer werdenden Siedlungsgebiete erhielten das Stadtrecht: Oberhausen 1874, Gelsenkirchen 1875, Meiderich 1894 und Hamborn 1911. Damit wurde das Revier vom einem ländlichen Gebiet in wenigen Jahrzehnten zum größten Ballungsraum Europas.
Die Grenzen des Ruhrgebiets wurden aber nie genau festgelegt, und die Entwicklung zu eine Metropole wie Berlin war nie im Interesse der Mächtigen von damals bis heute. Man könnte dagegen meinen, das Ruhrgebiet benötige gar keine Grenzen, weil es mit der ganzen Welt interagiere.
Hier gilt es nun, die Hintergründe des Mythos zu erhellen und auch noch die Fragen zu klären: Gab es den Mythos wirklich? War er wirklich so groß? Hat er eine Zukunft? Ist er noch lebendig? Oder ist er wieder auferstanden? Oder ist der Mythos nur noch Erinnerung oder gar Illusion?

Quellen:
Chargesheimer: Die Entdeckung des Ruhrgebiets. Ausstellungskatalog. Ruhrmuseum: Essen 2014. Köln 2014: König
Chargesheimer; Böll, Heinrich: Im Ruhrgebiet. 1958: Büchergilde Gutenberg

Definition: Ein „Mythos“ (ursprünglich altgriechisch μῦθος, „Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär“, lateinisch mythus) ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung. Im religiösen Mythos wird das Dasein der Menschen mit der Welt der Götter oder Geister verknüpft.(1)
Mythen erheben einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit. Für die Sophisten steht der Mythos im Gegensatz zum „Logos“, welcher durch verstandesgemäße Beweise versucht, die Wahrheit seiner Behauptungen zu begründen.(2)
(1) Karen Armstrong: Eine kurze Geschichte des Mythos. München 2007, S. 7–16;
(2) Carl-Friedrich Geyer: Mythos. Formen, Beispiele, Deutungen. München 1996, S. 7–10.

 

Das Ruhrgebiet als Begriff, Mythos und Heimat:

Exemplarisch Duisburg, der Mythos von der Stadt Montan

Die Größe der Industrie im Ruhrgebiet war von unvorstellbarer Größe. Ihre Ausbreitung war gewaltig, die Städte wurden nicht in vielen Jahren bürgerlicher Arbeit geschaffen, sondern von der Industrie in zwei, drei Jahrzehnten um 1900 herum aus dem Boden gestampft. Die Städte wurden auf gewaltige Art und Weise nach den Erfordernissen der Industrie in die Landschaft gesetzt. Diese schiere Ausbreitung, gewaltige Produktionsmengen an Kohle, Stahl etc. und mächtige Erscheinungen begründeten den "Mythos Ruhrgebiet". Von der gesamten gewaltigen Hüttenindustrie des Ruhrgebiets ist nach etwa 170 Jahren nur noch die in Duisburg produzierende übrig geblieben.
Exemplarisch werden hier einige Fotografien der Duisburger Industrien und Häfen gezeigt, die frühere und heutige Nutzung erkennen lassen. Man sollte aber nie vergessen, dass in Spitzenzeiten der 1920er und 1950er Jahre eine Großzeche bis zu 20.000 Mann in Arbeit brachte. Wenn man aber zur Erinnerung an damals nach noch Erhaltenem sucht, wird man sehr enttäuscht feststellen, dass von den "Giganten der Ruhr" (nach einem Fotobildband von 1928) oft noch nicht einmal Ruinenstücke erhalten sind, nicht einmal kleinste historische Gebäudeeinheiten. Wo eine der größten Kokereien Europas (Kokerei 4/8) aufragte, befindet sich heute ein Möbelhaus mit allerdings riesigem Parkplatz für Kunden. Die Kokerei sorgte damals für Staub und Dreck in der Umgebung, aber die brutale Sprengung, der Abriss dieser Landschaft prägenden Großanlage wäre damals überlegenswert gewesen. Kaum ein Mensch dachte zu der Zeit daran, dass man ein Stück Industriegeschichte unwiederbringlich planierte, ohne einen kleinsten Rest von Bausubstanz zur Erinnerung zu bewahren. Wie sich die Zeiten und der Blick doch ändern, und sicher hat das Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher daran seinen Anteil gehabt, dass in der Folgezeit einiges erhalten wurde, wie das Hüttenwerk Meiderich, der heutige Landschaftspark DU-Nord, der LAPADU.
Nicht zu vergessen, dass die Hüttenwerke von Thyssen, Krupp, Mannesmann etc. in der Vergangenheit in Summe eine Belegschaft von mehr als 100.000 beschäftigten Menschen in Duisburg und Umgebung aufwiesen. Von daher hatte Duisburg mit gleich mehreren Großzechen und Industriebetrieben sowie dem Hafen eine Ausnahmestellung auch im Ruhrgebiet, was sich im Namen "Stadt Montan" widerspiegelt. Die Konzentration auf die lange Zeit prosperierende Montanindustrie brachte Wohlstand nach Duisburg, der aber im gleichen Maße mit dem Niedergang dieser Strukturen wieder verschwand. Duisburg hat tatsächlich auch heute noch mit den Folgen dieses andauernden Strukturwandels zu kämpfen, öffentliche und private Verarmungstendenzen sind nicht zu leugnen.

Nur in Duisburg ist es im Land Nordrhein-Westfalen allerdings gelungen, einen kompletten Hochofenbetrieb museal zu erhalten, als Landschaftspark zu gestalten und in eine wahrscheinlich gesicherte Zukunft als touristische Attraktion zu führen. Das ist natürlich sehr positiv zu werten.

 

 

     

 

   
Peter Bochynek: Mythos Ruhrgebiet: Didaktisches und fotografisches Portfolio
   
   

 

   
   
   
   
Peter Bochynek, Aufnahme von 2006: Neue Kokerei am Rhein, DU-Schwelgern
   
   
Duisburg am Tage: Blick auf den Duisburger Norden im Jahr 2006
Blickrichtung von der linken Rheinseite zur recheten Reinseite nach Osten ©2006 Bochynek
Bildentstehung: Landschaft des Duisburger Nordens im Jahr 2006 : Aufnahme mit Canon DSLR. Entwicklung in LR.
Weitere Bearbeitung in EBV 2014-2019. Bildgebung in Color.

Industriegeschichte im Bild: Hier im Bild die Neue Großkokerei der TKS AG in Duisburg-Schwelgern. Baubeginn 2000,
Fertigstellung und Betrieb ab 2003. Gesamte Baukosten ca. 800 Mio. Euro.
Die alte Kokerei "August Thyssen" in Duisburg-Bruckhausen -weiter unten im Bild zu sehen- wird 2003 stillgelegt.
 
     
         
   
       
   
   
   
Peter Bochynek, Aufnahme von 1999: Duisburg-Innenhafen, erhaltenes Speichergebäude, Fotografische Bildgebung: Blaue Stunde
   
      Duisburg am Abend: Blick auf die Speicher im Innenhafen 1999 zur Blauen Stunde
©1999 Bochynek
Bildentstehung: Landschaft der Duisburger Häfen: Aufnahme mit Großbildkamera DIA im Format 6X12 cm. Silbergelatine Diapositiv-Film Entwicklung. Weitere Bearbeitung in EBV 2014-2019.

Industriegeschichte als Hafengeschichte im Bild: Die Speicher am Innenhafen wurden nach einem Konzept von Sir Norman Forster erhalten und mit Büro- und Wohngebäude in der Nähe ergänzt,
so dass heute eine urbane attraktive Verbindung von Arbeit, Freizeit und Wohnen gelungen ist.
     
         

 

   

 

   
   

Fotografie im didaktischen Portfolio:
Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
   
   
   
Mythos Ruhrgebiet: Titelbild 1997 der Internationalen Bauaustellung IBA (Hochofen 2)
   
   

Bildentstehung: Aufnahme Mai 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neu-Scan, Ausarbeitung 2014 © P.Bochynek 1997, 2014
Industriegeschichte im Bild: Blick auf Hochofen 2 im Landschaftspark: Neubau 1963-1964 durch die Gutehoffnungshütte, Oberhausen-Sterkrade. Er hat 471 cbm Nutzvolumen, einen Gestelldurchmesser von 5,6 m und hatte eine Tagesleistung von 800 bis 1100 t Roheisen. Die drei Winderhitzer stammen noch aus der Gründungszeit der Hütte, 1904 wurde der ursprüngliche Hochofen 2 an dieser Stelle fertiggestellt. Der Hochofen 2 wurde 1982 stillgelegt.
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996: Die Lichtinstallation war eine Idee der IBA- Internationale Bauausstellung. Die künstlerische Umsetzung duch Jonathan Park begeistert seither die Besucher des LaPaDu und ist geradezu das neue Wahrzeichen des Reviers. Ob es ein Symbol des gelungenen Strukturwandels darstellt, sozusagen die Verheißung auf die Neuentstehung des Mythos Ruhrgebiet?
Die Lichtinstallation musste wegen Verschleiß einerseits und Vandalismus/ Kabeldiebstahl andererseits permanent erneuert werden. Die heute sichtbare Lichtinstallation erscheint im Vergleich zur Entstehungszeit nicht vollständig. Der große Kran, genannt Krokodil, strahlt Ende 2014 in alter Schönheit (mit neuer LED-Technik). Die Renovierung des Lichts im Bereich der Hochöfen ist hoffentlich in Arbeit. Oder fehlt dazu wieder einmal das Geld? Bis Ende 2016 hat sich jedenfalls nichts getan.

   
         
   
Fotografie im didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
   


Gießhalle 1997, Hochofen 2
   
   
   
    Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neuscan
Ausarbeitung 2014 ©
P.Bochynek 1997, 2014
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Blick auf die Gießhalle des Hochofen 2 im Landschaftspark.
HO2: Erbaut 1964, Stilllegung 1982

   
         
   
Fotografie im didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
   
 
   

Gruppe der großen Winderhitzer zu Hochofen 5 im Landschaftspark Duisburg-Nord 1997.

Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neuscan
Ausarbeitung 2019 ©
P.Bochynek 1997, 2019
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Diese Winderhitzer wurden zusammen mit dem zugehörige Hochofen 5 im Jahr 1973 nach den damals neuesten Stand der Technik neu gebaut. Die Winderhitzer wurden von von Martin&Pagenstecher/ Köln errichtet, Im Gegensatz zu den älteren Cowpern im Park sind diese mit einer Isolierung versehen und mit glänzenden Alu-Blechen umhüllt, was sie optisch hervorstechen lässt, kongenial ausgeleuchte durch Jonathan Park. Die enorme Größe, die Auslegung für große Heißwindmengen und für hohe Luftdrücke ermöglichte im Hochofen 5 die Erschmelzung eines manganhaltigen Roheisens bei höheren Schmelztemperaturen als bei der herkömmlichen und weitgehend aktuell üblichen Erzeugung von Roheisen.
HO5: Erbaut 1973, Stilllegung 1985

   
         
   
Fotografie im didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
       
   
Gruppe der großen Winderhitzer im Landschaftspark Duisburg-Nord 1999
   
   

Blick von der mittleren Aussichtsplattform in Richtung Oberhausen. Links im Hintergrund die Cowper des Hochofen 2

Bildentstehung: Aufnahme 1997 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Ausarbeitung 2019 © P.Bochynek 1999, 2019
 
Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996
Industriegeschichte im Bild: Gruppe der großen Winderhitzer zu Hochofen 5 s.o.

   
         
   

Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
   
   
   
Hochofen 1, Piazza Metallica Landschaftspark Duisburg-Nord 2005
   
   

Bildentstehung: Aufnahme 2005 Landschaftspark Duisburg mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Neu-Scan, Ausarbeitung 2019 ©
P.Bochynek 2005, 2019

Lichtinstallation von Jonathan Park, fertiggestellt im Dezember 1996

Industriegeschichte im Bild:
Blick auf Hochofen 1 im Landschaftspark: Neubau 1956 durch die Gutehoffnungshütte, Oberhausen-Sterkrade. Mit einem Nutzvolumen von 517 cbm und Gestelldurchmesser von 5,2 m erzeugte er 800 bis 1100 t Roheisen pro Tag. Der freistehende, vollständig gepanzerte Hochofen hat eine Höhe von 22,23 m. Stilllegung 1982.
Kunstgeschichte: Die Metallplatten der Piazza Metallica wurden im Zuge der Gestaltung des Landschftsparks als Kunstwerk eingefügt. Bodenplastik von Peter Latz.

Hintergrund zum Bild: Das 1985 stillgelegte Hochofenwerk wird 1989 ein Projekt der "Internationalen Bauausstellung Emscherpark" (IBA). Aus dem Wettbewerb mit fünf internationalen Bewerbern geht der deutsche Landschaftsarchitekt Peter Latz Freising/Kassel als Sieger hervor, und so wird der Landschaftpark realisiert.

Peter Latz erhielt den "Topos Landscape Award 2013". Die Zeitschrift Topos – The International Review of Landscape Architecture and Urban Design zeichnet somit erstmals einen Landschaftsarchitekten für sein Lebenswerk aus. Latz beeinflusst Landschaftsarchitekten weltweit. Dabei gilt vor allem der Landschaftspark Duisburg-Nord als Ikone der Konversion von Industriebrachen. Mit diesem Projekt setzte Latz wesentliche Maßstäbe für die Gestaltung und Nutzung vormals industrieller Orte. Außerdem bereicherten Latz’ Überlegungen zum ehemaligen Hochofenwerk die Diskussion, was ein Park im beginnenden 21. Jahrhundert leisten muss. 

Der Landschaftspark Duisburg-Nord wurde mit den Preisen Green Good Design Award 2009, EDRA Places Award 2005, Play & Leisure Award 2004, der Grande Medaille d´Urbanisme 2001 und dem 1. Europäischen Preis für Landschaftsarchitektur Rosa Barba 2000 ausgezeichnet.

   
         
   

Fotografie im didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
   
 
   
Blickrichtung nach Westen vom Hochofen 5 LaPaDu aus auf Delta Musik Park in Duisburg-Hamborn, Hintergrund Thyssen-Hochöfen, 1998
   
   

Bildentstehung: Aufnahme 1998 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Teleobjektiv, Ausarbeitung 2019
©
P.Bochynek 1998, 2019
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach Duisburg-Bruckhausen und Duisburg Beeckerwerth.

Geschichte im Bild: Im Hintergund rechts Anlagen und Hochöfen von Thyssen in Duisburg-Bruckhausen. Hintergrund Mitte Anlagen von Thyssen in Duisburg- Beeckerwerth. Der "Delta Musik Park" in Duisburg-Hamborn (Vordergrund Lichteffekt mittels bewegter Scheinwerfer) wurde als Großdisco mit mehreren Dancefloors im Februar 1996 eröffnet. Zwischenzeitlich geschlossen, ging es noch bis 2014 weiter. Danach war Schichtende, 2018 wurden die Reste endgültig entsorgt. der In der neuen Form der ökonomischen Nutzung wiederholt sich offensichtlich die Geschichte der Industrie mit ihren Boomzeiten und Krisen.

   
         
   

Fotografie zum didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg

   
       
   
Blick nach Westen vom Hochofen 5 LaPaDu aus auf Thyssen Duisburg- Bruckhausen, 2001
   
   

Bildentstehung: Aufnahme 2001 mit Silbergelatine-Kleinbild, Teleobjektiv, Ausarbeitung 2019
©
P.Bochynek 2001, 2019
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach TKS Duisburg- Hamborn- Bruckhausen
Industriegeschichte im Bild: Die Aufnahme "Duisburger Norden im Jahr 2001" ist historisch und zeigt den legendären Hochofen 4 ("Schimanski-Filme") der 2012 trotz Protesten "plattgemacht" wurde. Ebenfalls im Bild die Zentral-Kokerei Friedrich Thyssen 3/7 in Duisburg- Hamborn- Bruckhausen, die 1977 stillgelegt und dann erst bis 2011 vollständig abgerissen wurde. Eine neue Großkokerei wurde weiter westlich in Duisburg- Hamborn- Alsum neu errichtet. Eine faszinierende Industrielandschaft im starken Wandel. Insbesondere die Anstrengungen zum Umweltschutz werden immer sicht- und spürbarer. Bereits 2001 ist der Aufwachs an Grün, insbesondere an Bäumen unübersehbar (Vordergrund).
Musikgeschichte: "Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es besser, viel besser, als man glaubt...."
Herbert Grönemeyer: Bochum 1984
Als Herbert Grönemeyer den Text zu "Bochum" verfasste, konnte er nicht voraussehen, dass mit der verschwindenden Schwerindustrie der Staub im Westen sich mit der Zeit verflüchtigen sollte. Ob es heute immer noch besser ist, viel besser als man glaubt, das ist die Frage...

   
         
   
Fotografie im didaktischen Portfolio: Industrie, Technologie, Arbeit, Gesellschaft, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburg
   
   
 
    Blick auf die 1994 stillgelegten Hochöfen 7 und 8 von Duisburg-Ruhrort, Dezember 2001    
   


Bildentstehung: Aufnahme 2001 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung, Ausarbeitung 2019 © P.Bochynek 2001, 2019
Blick vom Hochofen 5 im LaPaDu Landschaftspark Duisburg nach Duisburg Ruhrort

Industriegeschichte im Bild: Links im Hintergrund die Chemiefirma Sachtleben. Hauptprodukte: Titandoxid, Weißpigmente und Funktionsadditive. Sachtleben produziert auch im Jahr 2014. Rechts im Bild die 1994 stillgelegten Hochöfen 7 und 8 von Thyssen Duisburg-Ruhrort, Dezember 2001. Die. Der letzte Hochofen 8 wurde 2005 gesprengt. Die Landmarke existiert nun nicht mehr. Der Hochofen 8 stammt aus den 60er Jahren und ist der letze von acht Hochöfen in Duisburg-Ruhrort. Die ersten drei Hochöfen in Ruhrort wurden bereits 1854 und den Folgejahren in Betrieb genommen. Das Hüttenwerk in Ruhrort war bekannt unter dem Namen Phoenix AG. Bis 1997 gehörte das Werk Ruhrort zur Thyssen AG. Das Hüttenwerk Ruhrort wurde durch die Fotografien von Bernd und Hilla Becher besonders gewürdigt.
Seit 2007 wird unter dem Namen "ArcelorMittal Ruhrort GmbH" der im Oxygenstahlwerk erzeugte Stahl über zwei Stranggießanlagen vergossen. Weiterverarbeitung im Knüppelwalzwerk (Halbzeug) oder im neuen High-Tech Drahtwalzwerk von 2012.

         
         
   
   
   

1997 Große Spiegelung der Hüttenwerk-Krans (genannt Krokodil)

Bildentstehung: Aufnahme 1997 mit Silbergelatine-Mittelformat, Langzeitbelichtung,
EBV Ausarbeitung 2014-2017©
P.Bochynek 1997, 2017

   
         
   
   
   

2001 Duisburg Innenhafen

Bildentstehung: Aufnahme 2001 mit Silbergelatine-Mittelformat,
EBV Ausarbeitung 2014-2019 ©
P.Bochynek 2001, 2019


   
         
   
   
   
2002 DU-Ruhrort, Eisenbahnhafen
Bildentstehung: Aufnahme 2002 mit Silbergelatine-KB,
EBV Ausarbeitung 2014-2019 ©
P.Bochynek 2001, 2019
   
         
 

 

Ruhrgebiet-Politisch-Historisch

Dieser Teil der WebSite enthält zusätzliche Fakten und Kommentare zu bekannten Problemen, aber auch positiven Entwicklungen des Ruhrgebiets am Beispiel Duisburgs, die an anderer Stelle dieser Website ausführlicher dargestellt werden: Ruhrgebiet: Historisch-Politische Dimension


Zwar gibt es verschiedene positive Ansätze in der Planung, aber etliche Probleme stehen noch auf der Tagesordnung, wenn man den Essay von 2014 und die Folgethesen betrachtet, jetzt im Jahre 2019.

Peter Bochynek:
Mythos Ruhrgebiet (Essay Dezember 2014)

Der Essay analysiert die Situation des Ruhrgebiets 2014, hier die behandelten Aspekte:

1. Das Ruhrgebiet: Begriff, Mythos und Heimat?

2. Mythos Ruhr, Emscher oder Rhein?

3. Menschen im Ruhrgebiet

4. Mythos Industriegigant

5. Die Farben des Mythos

6. Manifestationen des Mythos

7. Mythos und Sündenfall

8. Wirtschaft und Politik heute. Das Ende des Mythos?

9. Mythos Zukunft?

Mythos Ruhrgebiet

Der Mythos Ruhrgebiet hat gewaltige Schrammen abbekommen. Die Fragen: Was tun im Ruhrgebiet? Wer hilft nun dem Ruhrgebiet? müssen nun als nächstes mit Ideen beantwortet werden. Die Risiken, aber auch die Chancen für die Zukunft sind beträchtlich, vor allem müsste die politische Zersplitterung des Reviers dringend überwunden werden. Gemeinsame Umsetzung von Förderung von Wirtschaftskraft und Verkehrsinfrastruktur über die Grenzen der einzelnen Kommune hinaus ist das Gebot der Stunde. Auch muss die Bundesrepublik endlich dazu die Kommunen mit nachhaltig genügend Finanzmitteln ausstatten.
Die Zukunft kann noch gut werden, wenn endlich die richtigen Maßnahmen ergriffen werden, zum Beispiel:

Überfällige und sinnvolle Investitionen z.B. in Infrastruktur (Tourismus, ÖPNV, Straßen, Wege, Parks, Brücken, Flächenrecycling etc.), in Bildung und Berufsbildung in der Rhein-Ruhr-Emscher-Lippe-Region können von den Kommunen mit zusätzlichen Hilfen geschultert werden. Wer hilft nun dem Ruhrgebiet? Welche Maßnahmen sind noch zusätzlich notwendig? Die Diskussionen der Politik, vor allem zur Finanzierung ziehen sich unerträglich lange hin, und wenn erst ab dem Jahre 2020 die Bundes-Finanzpolitik den alten Industrierevieren einen neuen Stellenwert einräumen sollte, wird es vielleicht schon zu spät sein. Verkehrsprobleme, private und öffentliche Armut, Arbeitslosigkeit, problematisch sich entwickelnde Stadteilsituationen, insbesondere im Norden des Reviers, sprechen eine andere Sprache, nämlich die der urbanen Krise und der "Stupid Economy".

Wenn das erfolgreich und kraftvoll angegangen wird, mag es heißen:
Der Mythos lebt weiter.



Peter Bochynek, Essay 2014:
Mythos Ruhrgebiet